Alumni-Porträts

Jeanett Holzknecht

Portrait Jeanett Holzknecht (öffnet Bild in Modal-Fenster) © Jeanett Holzknecht

Jeanett Holzknecht, MSc ist derzeit PhD-Studentin und als Projektmitarbeiterin an der Medizinischen Universität Innsbruck am Institut für Molekularbiologie (Biozentrum) tätig. Zu ihren Aufgaben gehören  in erster Linie die Charakterisierung von antifungalen Proteinen und die Erforschung ihrer Wirkungsmechanismen, um zur Entwicklung von neuen antifungalen Substanzen gegen Pilzinfektionen beizutragen.

Ein Stipendium der Aktion Österreich - Ungarn führte sie im Sommer 2019 (31.03.2019 – 31.07.2019) nach Szeged. Die Ergebnisse der 4-monatigen Zusammenarbeit wurden in zwei gemeinsamen Manuskripten zusammengefasst und zur Publikation eingereicht. Den Aufenthalt beschreibt sie als sehr vorteilhaft für ihre wissenschaftliche Laufbahn als PhD-Studentin und sie bekam die Möglichkeit, viele neue und interessante Methoden zu erlernen und plant diese im Labor in Innsbruck zu etablieren.

Frau Holzknecht reflektiert ihre Zeit in Ungarn: "Der Aufenthalt in Szeged war für mich persönlich sehr bereichernd, da ich noch nie längere Zeit in einem Land gelebt habe, dessen Sprache ich nicht mächtig war. Daher war es sehr interessant, ein wenig ungarisch zu lernen und auch zu realisieren, welche Wörter im Alltag wirklich wichtig sind."

Sie nahm durch ihren Stipendienaufenthalt außerdem die Möglichkeit der Vernetzung wahr: "Im Zuge des Aufenthalts in Ungarn war es mir ebenfalls möglich meine Ergebnisse auf zwei internationalen Konferenzen – „18th International Congress of the Hungarian Society for Microbiology“ in Budapest (Ungarn) und „Power of Microbes in Industry and Enviroment 2019“ in Sveti Martin na Muri (Kroatien) - zu präsentieren und Netzwerke für meine weitere Forschung zu knüpfen." und hat somit wirklich erfolgreiche Monate in Ungarn verbracht.

Bleibend und nicht weniger positiv sind auch Frau Holzknechts Eindrücke ihres Gastlandes bzw. -ortes: "Szeged ist eine großartige Stadt, mit sehr vielen verschiedenen Festen, wie z.B. dem Brückenfest an der Belvárosi híd, dem Weinfest oder Street Food Festival am Szechenyi tér, bei denen man Land und Leute richtig kennen lernt. Dadurch entstand auch meine Liebe zu Paprikaöl, diversen Paprikapulvern und Langos. Hier durfte ich auch viele ungarische und im Speziellen aus Szeged stammende Handwerkskünste betrachten und erwerben."

Albert Knecht

Knecht © Knecht

Albert Knecht forschte im Rahmen eines Stipendiums  der Aktion Österreich - Ungarn für Studierende in Budapest über computerunterstützte Übersetzung.

Er verbrachte dazu insgesamt 9 Monate an der ELTE-BTK-Fordító és Tolmács Tanszék (Lehrstuhl für Dolmetschen und Übersetzen).

Sein Germanistik-Studium schloss er in Ungarn ab und setzte seine wissenschaftliche Karriere an der Universität Graz fort.

Den Stipendienaufenthalt in Budapest nutzte Herr Knecht für Forschung zu seiner Diplomarbeit. Er konnte relevante Erkenntnisse im translationswissenschaftlichen Bereich ermitteln, indem er das Übersetzungstool memoQ bilingual erforschte. Das wesentliche Ziel lag darin, Übersetzer bzw. Übersetzerbüros sowohl in Ungarn als auch in Österreich darüber zu befragen, in welchem Maße sie memoQ bei ihrer täglichen Arbeit nutzen und wie sie diese CAT-Software beurteilen.

Die Ergebnisse wurden neben persönlichen Interviews auch mit konkreten Beispielen veranschaulicht und miteinander in einen Kontext gestellt, was ein tieferes Verständnis ermöglicht. Ergänzend wurde die Firma Kilgray in dieses Projekt miteinbezogen, um mehr über das von ihnen entwickelte Tool (memoQ) zu erfahren. Bei dieser bilingualen Forschungstätigkeit konnte die Eötvös-Loránd-Universität in Budapest neben der Karl-Franzens-Universität Graz eine bedeutende Hilfe leisten und somit seiner Arbeit einen einzigartigen Charakter verleihen.

Daniela Haarmann

Elte Stiege © ELTE

Frau Dr. Haarmann verbrachte sechs Monate mit einem Stipendium der Aktion Österreich - Ungarn in Budapest. Ihre Forschung mit dem Titel "Sammeln und graben für Herrscher und Vaterland. Archäologie, Antiquarianismus und Altertumskunde in der Habsburgermonarchie um 1800", führte sie an die ELTE in Budapest.

Dort untersuchte sie die Wechselwirkung der Entwicklung der modernen Altertumswissenschaften und des Aufkommen von Nationalideen. Institutionell im Mittelpunkt der komparativen Forschung standen die Nationalmuseen in Pest und Graz sowie das k. k. Münz- und Antikenkabinett in Wien. In Budapest wurden administrative und persönliche Nachlässe von u. a. Ferenc Széchényi, István Horváth und Jakab Ferdinand Miller studiert, wie auch Quellenmaterial zur Sammlungsgeschichte des Nationalmuseums gesichtet. Weitere einflussreiche Gelehrte wie Péter Bod, Martin Schönvisner oder Abbé Eder waren ebenfalls Gegenstand der Untersuchung. Ziel war es, ungarische Gelehrsamkeit und Altertumskunde hier auch in einem gesamt-monarchischen wie gesamt-europäischen Kontext zu sehen.

Das Projekt schaffte eine Brücke zwischen der österreichischen und ungarischen Geschichte außerhalb der nicht-ungarischen Geschichtsforschung. Zwar waren die österreichischen und ungarischen Länder stets eng miteinander verbunden in der Geschichte, aber die Betrachtung dieser Relationen außerhalb Ungarns hat immer noch Seltenheitswert. Frau Mag. Haarmann verfügte zum Zeitpunkt ihres Aufenthalts bereits über Kenntnisse der ungarischen Sprache, die es ihr ermöglichten, mit ungarisch-sprachigen Primärquellen und Sekundärliteratur zu arbeiten.

Bojan Poletanovic

Bojan © Poletanovic

Obwohl die Stipendien der Aktionen gerade bei den Geisteswissenschaften sehr gefragt sind, dürfen wir uns über Bewerbungen aus allen Studienrichtungen freuen.

Herr Dipl.-Ing. Poletanovic hat an der Technischen Universität in Wien Bauingenieurswesen studiert und sich erfolgreich für ein Stipendien der Aktion Österreich - Ungarn für PhDs beworben.

Er forschte unter dem Titel "Einfluss von Naturfasern und industriellen Produkten auf die Eigenschaften von Zementkalk".

Hilfreich für den Aufenthalt war auch, dass Herr Poletanovic bereits eine gute Verbindung zur Gastinstitution hatte. Die Zusammenarbeit zwischen der Technischen Universität Wien (TUW) (Institut für Hochbau und Technologie) und der Budapest Műszaki és Gazdaságtudományi Egyetem (BME) (Geotechnika és Mérnökgeológia Tanszék) konnte im Rahmen des Foschungsaufenthaltes genutzt werden. Ziel seines Aufenthalts war die aktive und andauernde Kooperation im Bereich Entwicklung nachhaltiger zementgebundener Verbundwerkstoffe (wie Beton, Mörtel, usw.) zwischen den Institutionen weiter zu vertiefen. Konkreter, die starke Intensivierung der Verwendung lokal vorhandener nachwachsender Rohstoffe (wie. z.B. pflanzliche Faserbewehrung), industrieller Nebenprodukte (wie z.B. Flugasche, Schlacke) sowie recycelter Abfallmaterialien in zementgebundenen Baustoffen (wie Beton, Mörter, Zementstein) und deren Dauerhaftigkeit (Langzeitverhalten) zu untersuchen.

Da die BME auf dem Gebiet Dauerhaftigkeit zementgebundener Baustoffe, die mit der Beimischung von industriellen Nebenprodukten wie Flugasche oder Hochofenschlacke hergestellt werden, bereits umfangreiche Erfahrung hat, konnte diese Expertise sehr gut für das Projekt genutzt werden. Die Leiterin dieser Forschungsprojekte in Budapest, Doc. Dr. Katalin Kopecskó, ist diplomierte Chemikerin und Betontechnologin und Herr Poletanovic konnte die experimentelle Arbeit unter ihre Betreuung durchführen.