Alumni-Porträts

Albert Knecht

Knecht © Knecht

Albert Knecht forschte im Rahmen eines Stipendiums  der Aktion Österreich - Ungarn für Studierende in Budapest über computerunterstützte Übersetzung.

Er verbrachte dazu insgesamt 9 Monate an der ELTE-BTK-Fordító és Tolmács Tanszék (Lehrstuhl für Dolmetschen und Übersetzen).

Sein Germanistik-Studium schloss er in Ungarn ab und setzte seine wissenschaftliche Karriere an der Universität Graz fort.

Den Stipendienaufenthalt in Budapest nutzte Herr Knecht für Forschung zu seiner Diplomarbeit. Er konnte relevante Erkenntnisse im translationswissenschaftlichen Bereich ermitteln, indem er das Übersetzungstool memoQ bilingual erforschte. Das wesentliche Ziel lag darin, Übersetzer bzw. Übersetzerbüros sowohl in Ungarn als auch in Österreich darüber zu befragen, in welchem Maße sie memoQ bei ihrer täglichen Arbeit nutzen und wie sie diese CAT-Software beurteilen.

Die Ergebnisse wurden neben persönlichen Interviews auch mit konkreten Beispielen veranschaulicht und miteinander in einen Kontext gestellt, was ein tieferes Verständnis ermöglicht. Ergänzend wurde die Firma Kilgray in dieses Projekt miteinbezogen, um mehr über das von ihnen entwickelte Tool (memoQ) zu erfahren. Bei dieser bilingualen Forschungstätigkeit konnte die Eötvös-Loránd-Universität in Budapest neben der Karl-Franzens-Universität Graz eine bedeutende Hilfe leisten und somit seiner Arbeit einen einzigartigen Charakter verleihen.

Daniela Haarmann

Elte Stiege © ELTE

Frau Dr. Haarmann verbrachte sechs Monate mit einem Stipendium der Aktion Österreich - Ungarn in Budapest. Ihre Forschung mit dem Titel "Sammeln und graben für Herrscher und Vaterland. Archäologie, Antiquarianismus und Altertumskunde in der Habsburgermonarchie um 1800", führte sie an die ELTE in Budapest.

Dort untersuchte sie die Wechselwirkung der Entwicklung der modernen Altertumswissenschaften und des Aufkommen von Nationalideen. Institutionell im Mittelpunkt der komparativen Forschung standen die Nationalmuseen in Pest und Graz sowie das k. k. Münz- und Antikenkabinett in Wien. In Budapest wurden administrative und persönliche Nachlässe von u. a. Ferenc Széchényi, István Horváth und Jakab Ferdinand Miller studiert, wie auch Quellenmaterial zur Sammlungsgeschichte des Nationalmuseums gesichtet. Weitere einflussreiche Gelehrte wie Péter Bod, Martin Schönvisner oder Abbé Eder waren ebenfalls Gegenstand der Untersuchung. Ziel war es, ungarische Gelehrsamkeit und Altertumskunde hier auch in einem gesamt-monarchischen wie gesamt-europäischen Kontext zu sehen.

Das Projekt schaffte eine Brücke zwischen der österreichischen und ungarischen Geschichte außerhalb der nicht-ungarischen Geschichtsforschung. Zwar waren die österreichischen und ungarischen Länder stets eng miteinander verbunden in der Geschichte, aber die Betrachtung dieser Relationen außerhalb Ungarns hat immer noch Seltenheitswert. Frau Mag. Haarmann verfügte zum Zeitpunkt ihres Aufenthalts bereits über Kenntnisse der ungarischen Sprache, die es ihr ermöglichten, mit ungarisch-sprachigen Primärquellen und Sekundärliteratur zu arbeiten.

Bojan Poletanovic

Bojan © Poletanovic

Obwohl die Stipendien der Aktionen gerade bei den Geisteswissenschaften sehr gefragt sind, dürfen wir uns über Bewerbungen aus allen Studienrichtungen freuen.

Herr Dipl.-Ing. Poletanovic hat an der Technischen Universität in Wien Bauingenieurswesen studiert und sich erfolgreich für ein Stipendien der Aktion Österreich - Ungarn für PhDs beworben.

Er forschte unter dem Titel "Einfluss von Naturfasern und industriellen Produkten auf die Eigenschaften von Zementkalk".

Hilfreich für den Aufenthalt war auch, dass Herr Poletanovic bereits eine gute Verbindung zur Gastinstitution hatte. Die Zusammenarbeit zwischen der Technischen Universität Wien (TUW) (Institut für Hochbau und Technologie) und der Budapest Műszaki és Gazdaságtudományi Egyetem (BME) (Geotechnika és Mérnökgeológia Tanszék) konnte im Rahmen des Foschungsaufenthaltes genutzt werden. Ziel seines Aufenthalts war die aktive und andauernde Kooperation im Bereich Entwicklung nachhaltiger zementgebundener Verbundwerkstoffe (wie Beton, Mörtel, usw.) zwischen den Institutionen weiter zu vertiefen. Konkreter, die starke Intensivierung der Verwendung lokal vorhandener nachwachsender Rohstoffe (wie. z.B. pflanzliche Faserbewehrung), industrieller Nebenprodukte (wie z.B. Flugasche, Schlacke) sowie recycelter Abfallmaterialien in zementgebundenen Baustoffen (wie Beton, Mörter, Zementstein) und deren Dauerhaftigkeit (Langzeitverhalten) zu untersuchen.

Da die BME auf dem Gebiet Dauerhaftigkeit zementgebundener Baustoffe, die mit der Beimischung von industriellen Nebenprodukten wie Flugasche oder Hochofenschlacke hergestellt werden, bereits umfangreiche Erfahrung hat, konnte diese Expertise sehr gut für das Projekt genutzt werden. Die Leiterin dieser Forschungsprojekte in Budapest, Doc. Dr. Katalin Kopecskó, ist diplomierte Chemikerin und Betontechnologin und Herr Poletanovic konnte die experimentelle Arbeit unter ihre Betreuung durchführen.

Mag. Agnes Schnaider
Geschäftsführung

T +36 1-266-7474